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Honorar-Finanzanlagenberatung

Wohin gehen Sie, um sich zu den Themen Geldanlage und Finanzplanung beraten zu lassen? Für die meisten Menschen war die Antwort über Jahre hinweg klar: Zur Hausbank. Mit der gesetzlichen Etablierung des Berufsstands des Honorarfinanzberaters bietet sich nun eine Alternative mit eigenen Vorteilen. Aber was bedeutet Honorar-Finanzanlagenberatung (HFab) eigentlich?

Die HFab ist ein relativ neuer Berufsstand, welcher mit dem Honoraranlageberatungsgesetz vom 1.8.2014 gesetzlich geregelt wurde. Nach $34h Gewo erbringt ein HFab „Anlageberatung […], ohne von einem Produktgeber eine Zuwendung zu erhalten oder von ihm in anderer Weise abhängig zu sein“. Das heißt, HFabs „dürfen sich die Erbringung der Beratung nur durch den Anleger vergüten lassen.“[1] Auf diese Weise erfüllen HFabs den Grundsatz der Unabhängigkeit des Beraters[2].

Honorar-Finanzanlagenberater müssen eine Vielzahl gesetzlicher Anforderungen in ihrer Berufsausübung erfüllen. Auch die Zulassung zum HFab ist an mehrere Bedingungen gebunden, wie geordnete Vermögensverhältnisse, Zuverlässigkeit und insbesondere der Nachweis der erforderlichen Sachkunde. Diese Standards dienen in erster Linie den Interessen des Kunden, welche eine hochwertige Dienstleistung erwarten. So sind HFabs gesetzlich verpflichtet ihren Empfehlungen eine „hinreichende Anzahl von auf dem Markt angebotenen Finanzanlagen zu Grunde zu legen […]“. Dies verhindert die Beschränktheit auf einzelne Produkte oder Anbieter und die Abhängigkeit von diesen. Grundsätzlich dürfen Produkte nur dann empfohlen werden, wenn diese den Kriterien „Geeignetheit und Angemessenheit“ genügen, welche je nach Kunde individuell zu bewerten sind.

Die Transparenz der Beratung wird durch die Dokumentationspflicht gefördert: HFabs sind verpflichtet ihre Beratungstätigkeit schriftlich zu dokumentieren. Dies beinhaltet auch die Anfertigung von Beratungsprotokollen. Das Beratungsprotokoll muss dem Kunden nach Ende der Beratung zur Verfügung gestellt werden. Dies erlaubt dem Kunden Angaben zu überprüfen, etwaige Missverständnisse aufzuklären, und die Schlüssigkeit von Empfehlungen in Ruhe zu überdenken.

 

[1] Kommt der Berater dennoch in den Genuss von Leistungen Dritter wie z.B. Provisionen, muss er diese dem Kunden anzeigen und sie diesem unverzüglich und ohne Abzüge an den Kunden weitergegeben.
[2] Vgl. Dr. Jörg Richter: Grundsätze ordnungsmäßiger Finanzberatung, Grundsatz der Unabhängigkeit, S. 161.